Fleischhersteller will “Spam“ zurück

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Reichlich spaet hat sich der Buechsenfleich-Hersteller Hornel
dazu entschlossen, dem Missbrauch seines Markennamens „Spam“
einen Riegel vorzuschieben.Die Fleischfabrik Hornels benutzt diesen Ausdruck seit 1937. Damals wollte man einen kurzen, einprägsamen Namen für das Hornel-Produkt „Schweineschulter und Schinken“ bzw. „gewürzter Schinken“ einführen („Shoulder Pork and hAM“ bzw. „SPiced hAM“).

Doch vermutlich war es ein Sketch von Monty Python, der diesen sorgsam eingeführten Markenbegriff vernichtete. Eine Bedienung, die nur „Spam“ anzubieten hat und eine Horde Wikinger, die fortwährend „Spam“ grölt, haben für einen Funktionswandel des Begriffs gesorgt.

Dabei stammt die erste Spam-Mail vermutlich aus dem Jahr 1978. Die Reaktionen auf die damals von DEC an die ARPANET-Nutzer der Westküste verschickte Werbung war den heutigen Reaktionen sehr ähnlich. Doch der Begriff „Spam“ wurde damals noch nicht benutzt.

„Spam“ wurde erst mit dem Aufkommen der Multiuser Dungeons (MUDs) Ende der 80er als Bezeichnung für alle möglichen unerwünschten Aktionen am Computer gebraucht. Wirklich populär wurde der Begriff aber erst, als die Rechtsanwälter Canter und Siegel 1994 im Usenet massenhaft für ihre Hilfe beim Erwerb einer Green Card warben.

Seitdem, also seit fast zehn Jahren, steht Spam nicht mehr ausschließlich für Schweinfleisch in Dosen. Und es erscheint nicht unwahrscheinlich, dass der Begriff inzwischen in der gesamten US-Bevölkerung eher mit unerwünschter Werbung assoziiert wird, als mit den Hornel-Produkten.

Die Aussichten, dass ein Gericht Hornels Klage stattgibt und der Firma „Spam Arrest“ die Nutzung des Markennamens verbietet, sind daher nicht allzu hoch. Aber vielleicht betätigt sich der Kläger auch einfach nur als Trittbrettfahrer.

Die Spam-Klage bringt dem Unternehmen schließlich jetzt schon eine Menge Schlagzeilen. Und vielleicht werden einige beim Lesen urplötzlich Lust auf Dosenfleisch bekommen.

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