Empfehlungen für die Ausnahmen von Outlook bei Viren Scannern

Outlook

Als wir heute morgen Outlook gestartet haben, wurde uns mitgeteilt, dass die pst-Datei, welche wir seit Jahren verwenden, nicht mehr gefunden werden konnte. Tatsächlich schien sie gelöscht worden zu sein, doch nach einem Moment der Panik und des Suchens haben wir schließlich herausgefunden, dass sie glücklicherweise „nur“ von unserem Viren Scanner in die Quarantäne verschoben worden ist. Wie können wir verhindern, dass so etwas wieder passiert?

Viren Scanner sind ein notwendiges Übel. Obwohl sie einen Computer und seine Daten vor Schadsoftware beschützen können, können sie manchmal auch etwas „zu schlau“ sein und Unannehmlichkeiten verursachen oder sogar dem Computer oder seinen Daten schaden.
Das ist einer der Gründe, warum es sich empfiehlt, dem Viren Scanner zu verbieten sich selbst in Outlook zu integrieren oder sich als Proxy-Server für e-Mails einzuschalten. Siehe auch: Sollte man den Virenscanner in Outlook abschalten?

Aus diesem Grund ist es ratsam, einige Daten und/oder Ordner von der Überwachung durch den Viren Scanner auszunehmen.

Warum müssen Daten ausgeschlossen werden?

Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb man bestimmte Daten bei den Scan-Vorgängen der Virenschutzprogramme ausklammern sollte.

1) Datenverlust oder -beschädigung durch (versehentliche) Identifizierung von Virenstrukturen.
2) Gründe der Leistung, Stabilität und Verlässlichkeit.

Der erste Grund ist sicherlich der wichtigste, lässt sich aber nur schwer erklären. Um es einfach auszudrücken, sucht ein Virus Scanner nicht nur nach aktuell bekannten Viren, sondern auch nach Datenstrukturen in anderen Dateien, welche ein Anzeichen für ein Virus sein könnten. So eine Struktur kann beispielsweise gefunden werden, wenn die pst-Datei eine e-Mail enthält, die mit einem Viren verseuchten Anhang versehen ist. Obwohl der Virus völlig harmlos innerhalb der pst-Datei ist, wird der Viren Scanner trotzdem versuchen ihn vom Computer zu entfernen und eine dieser drei Aktionen dazu ausführen:

– Er verschiebt die komplette ost- oder pst-Datei in die Quarantäne.
– Er entfernt die Virusstruktur aus der Datei und beschädigt diese dadurch.
– Er löscht die gesamte Datei.

In manchen Fällen kann so eine Beschädigung durch die Verwendung des Tools zum Reparieren des Posteingangs (scanpst.exe) behoben werden, aber in der Regel führt dieser Vorgang nur zu einem vollständigen Verlust der ost- oder pst-Datei.
Der zweite Grund mag weniger wichtig erscheinen, da Computer heutzutage mit der Zusatzbelastung problemlos fertig werden können. Da aber diverse Dateien ständig aufgerufen oder upgedatet werden, kann man dennoch eine Leistungssteigerung erreichen, gerade wenn man eine recht große ost- oder pst-Datei verwendet. Zusätzlich kann es auch vorkommen, dass eine Datei gesperrt wird, während sie gescannt wird, was zu Problemen mit der Stabilität und Verlässlichkeit von Outlook führen kann.

Welche Daten und Ordner sollten ausgeschlossen werden?

Die meisten Antivirenprogramme erlauben es Ausnahmen auf den folgenden Ebenen einzurichten:

– Der Ausschluss einzelner Dateien.
– Der Ausschluss aller Dateien eines bestimmten Dateityps (wie beispielsweise *.pst).
– Der Ausschluss aller Dateien in einem bestimmten Ordner.
– Der Ausschluss eines Prozesses.

Bei Outlook empfehlen sich die folgenden Ausschlüsse:

– *.pst
Schließt jede pst-Datei individuell oder den Dateityp *.pst komplett aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\Dokumente\Outlook-Dateien

– *.ost
Schließt jede pst-Datei individuell oder den Dateityp *.ost komplett aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Local\Microsoft\Outlook

– *.nst
Schließt alle pst-Dateien individuell oder den Dateityp *.nst komplett aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Local\Microsoft\Outlook

– *.oab
Schließt jeden GUID-Ordner oder den Dateityp *.oab komplett aus.
Ein Beispiel für den Namen eines GUID-Ordner wäre:
d7a2486f-c3e8-4fe3-95d8-207d213c5c92
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Local\Microsoft\Outlook\Offline Adress Books\“GUID“

– *.srs
Schließt alle srs-Dateien individuell aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Roaming\Microsoft\Outlook

– „Benutzername“.xml
Schließt alle „Benutzername“.xml-Dateien individuell aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Roaming\Microsoft\Outlook

– OutlPrnt
Schließt alle OutlPrnt-Dateien individuell aus.
Standardspeicherort: C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Roaming\Microsoft\Outlook

Wichtig!

Man darf weder den Prozess outlook.exe noch den gesamten Ordner C:\Benutzer\“Benutzername“\AppData\Local\Microsoft\Outlook vom Scan ausschließen. Dadurch werden zu viele Daten ausgeklammert, was Schadprogrammen eine erheblich größere Angriffsfläche auf dem Computer bieten würde.

Windows 10: Wie man Daten oder Ordner ausschließt, wenn man den Windows Defender verwendet

Wenn man Windows 10 ohne den Viren Scanner eines Drittanbieters nutzt, dann verwendet man den Windows Defender als Antivirenprogramm. Die Ausnahmen für Dateien und Ordner lassen sich an dem folgenden Ort einrichten:

1) „Start“ -> „Einstellungen“ -> „Update und Sicherheit“ -> „Windows Defender“
2) Am unteren Rand klickt man auf „Ausschluss hinzufügen“
3) Dann nutzt man die Buttons für „Datei ausschließen“, „Einen Ordner ausschließen“ und „Dateierweiterung ausschließen“, um die empfohlenen Ausnahmen einzurichten.

 

Hinweis: Die Ausnahmen für Dateien und Ordner werden in der gleichen Übersichtsliste zusammengefasst.

Windows 8: Wie man Dateien und Ordner ausschließt, wenn man den Windows Defender verwendet

Wenn man Windows 8 ohne den Viren Scanner eines Drittanbieters verwendet, dann nutzt man den Windows Defender als Antivirenprogramm. Man kann die Ausnahmen für Dateien und Ordner an dem folgenden Ort einrichten:

1) Als erstes öffnet man den Start-Bildschirm.
2) In das Suchfeld tippt man „Defender“.
3) In der Liste der Suchergebnisse klickt man auf „Windows Defender“.
4) Anschließend klickt man im Windows Defender auf den Tab „Einstellungen“.
5) Dann kann man die Abschnitte „Dateien und Ordner ausschließen“ und „Dateierweiterung ausschließen“ im Navigationsfenster auf der linken Seite verwenden, um die empfohlenen Ausnahmen einzurichten.

Windows 7 und vorherige Versionen: Wie man Dateien und Ordner ausschließt, wenn man Security Essentials verwendet

Wenn man Windows 7 oder Windows Vista verwendet, kann man das kostenlose Microsoft Security Essentials herunterladen und installieren. Bei diesem Programm kann man die Ausnahmen für Dateien und Ordner an dem folgenden Ort einrichten:

1) Zunächst öffnet man das Startmenü.
2) In das Suchfeld tippt man „Security Essentials“.
3) In der Liste der Suchergebnisse klickt man auf „Microsoft Security Essentials“.
4) In den Microsoft Security Essentials klickt man auf den Tab „Einstellungen“.
5) Dann kann man die Abschnitte „Dateien und Ordner ausschließen“ und „Dateierweiterung ausschließen“ im Navigationsfenster auf der linken Seite verwenden, um die empfohlenen Ausnahmen einzurichten.

Wie man Dateien für andere Viren Scanner ausschließt

Es gibt viele weitere Drittanbieter von Antivirenprogrammen wie McAfee, Norton, AVG, Avast, ESET, Kaspersky, Trend Mirco, etc.
Da die meisten dieser Programme unterschiedliche Editionen und Versionen besitzen, ist es am Besten, sich direkt auf der Website des jeweiligen Anbieters der Software nach Anleitungen umzuschauen, mit denen man die erwähnten Ausnahmen in den Viren Scannern einstellen kann.

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