Nach dem Umbau bei Gmail – Vorsortierung nicht überall beliebt

Google Mail

Vor drei Monaten baute Gmail seinen Webmailer um. Dabei kam eine Funktion hinzu, die die Sortierung der E-Mails vereinfachen sollte. Werbung wird direkt in einen dafür vorgesehenen Tab verschoben und landet nicht mehr im regulären Postfach. Diese sind meistens gelb unterlegt, sodass man sie direkt als Werbung identifizieren kann. Ansonsten sehen diese Werbemails, die unter anderem auch von Google-Partnern stammen, aus wie reguläre Mails und können auch so behandelt werden. In der alten Version wurde die Google-Werbung direkt eingeblendet. Die Änderung stößt nun auf Kritik.

Ziel dieser Maßnahmen war, dass die Übersichtlichkeit des Postfachs verbessert werden sollte. Werbung sollte so einfacher von wichtigem E-Mail-Verkehr getrennt werden. Sie hat allerdings auch zur Folge, dass Gmail nun die Mails auch nach ihrem Inhalt gescannt und ausgewertet werden, um herauszufinden, ob es sich um Werbung handelt oder nicht. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden allerdings auch dazu verwendet, die eigene Werbung gezielter auf den Kunden einzustellen. Dieser Umstand stößt gerade bei Datenschützern auf Kritik. Es ist aber durchaus möglich die Funktion zu deaktivieren, sodass keine nach Interessen ausgerichtete Werbung angezeigt wird, sondern rein willkürliche.

Neben der Kritik von Datenschützern sind auch die werbenden Unternehmen nicht vollends mit dieser Lösung zufrieden. Dadurch, dass die Werbung separat wegsortiert wird, könne sie leichter übersehen werden und so laufen viele Werbemails ins Leere. Weiterhin würde die gelb unterlegte Google-Werbung die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und somit von der anderen Werbung ablenken, kritisieren die werbetreibenden Unternehmen. Google versichert dagegen, dass nur maximal zwei Google-Anzeigen pro Postfach angezeigt würden. Bedenken äußerten auch Non-Profit-Organisationen, die mit Ihren Mitglieder und Sympathisanten oft über E-Mail-Verkehr kommunizierten.

Dem E-Mail-Marketing-Anbieter MailChimp zufolge, seien nach der Umstellung der Gmail-Konten die Anzahl der geöffneten Werbe-Mails in den ersten drei Wochen nach der Einführung der neuen Oberfläche um 1 Prozent auf 12 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung sei aber noch kein Grund zur Beunruhigung. Erste Unternehmen, die über E-Mails werben, erklären Ihren Kunden vorsichtshalber, wie diese dafür sorgen könnten, dass die von Ihnen versandten Mails nicht automatisch in den Werbe-Ordner verschoben werden.

 

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