Pegasus Mail 4.7 jetzt mit OpenSSL

Pegasus

Lange wurde sie erwartet – nun ist sie da, die neue Version 4.70 des kostenlosen Mail-Programms Pegasus Mail.

Bisherige Probleme bei der Verschlüsselung von Mail-Abrufen oder auch beim Versenden bei manchen Providern wie T-Online und Strato, deren technische Anforderungen die bisherige Programmversion nicht mehr erfüllen, können jetzt mit OpenSSL behoben werden.

Der Neuseeländer David Harris ist der Entwickler des Software Klassikers unter den Mail-Programmen, der nun schon seit 20 Jahren auf dem Markt ist. Das heute kostenlos verfügbare Programm wurde 1989 eigentlich für den Nachrichtenaustausch innerhalb des Novell Netware-Netzes der neuseeländischen Universität von Dunedin entwickelt. Im Jahre 1990 hatte es David Harris erstmals über einen FTP-Server weltweit verfügbar gemacht.

 

Traditionell unterstützt der auch „PMail“ oder „WinPMail“ genannte Mail-Client neben Windows auch Netware. Seit etlichen Jahren arbeitet David Harris bereits an einer Modernisierung der Software, die demnächst in der Version 5.0 voll entwickelt sein soll. Zu diesem Interims-Update auf Version 4.70 hat David Harris sich deshalb entschlossen, weil PMail-Nutzer bereits sehnlich auf eine bessere SSL-Unterstützung warten.

 

Hier kurz zu der Struktur der Software:

 

Pegasus Mail enthält in den Grundeinstellungen folgende Ordner: Nach der Abholung landen neue Mails im New Mail Folder, ganz gleich, von welchem POP-Account eine Mail stammt. Die Inhaltskontrolle sortiert nach bestimmten Parametern Mails aus, die im Ordner Junk and Suspicious auftauchen. Bei der Verwendung eines Papierkorbs wird dort ein entsprechender Ordner erstellt. Ferner ist das Anlegen mehrerer Mailordner sowie Schubladen möglich, welche wiederum Unterordner enthalten können. Ebenso werden virtuelle Ordner von Pegasus Mail unterstützt.

 

Zur Speicherung von E-Mails hat Pegasus Mail sein eigenes Backend: Erhält man eine neue E-Mail, wird diese mit der Endung DNM im Mailverzeichnis gespeichert und erscheint bei Pegasus Mail dann im Posteingangsordner New Mail Folder. Alle weiteren Ordner bestehen aus zwei Dateien: Die Datei mit der Endung PMM beinhaltet alle Mails eines Ordners im ASCII-Format, einzelne Mails wiederum werden durch das Steuerzeichen Ctrl-Z getrennt. Eine Datei mit dem dem gleichen Namen mit der Endung PMI ist dann die Indexdatei zu dem entsprechenden Ordner.

 

Eine rudimentäre Unterstützung gibt es für das mbox-Ordnerformat. Dieses Ordnerformat wird von sehr vielen E-Mail-Programmen, wie zum Beispiel Opera M2 oder Thunderbird verwendet. Es eignet es sich vorwiegend zum Import und Export von E-Mails.

 

Ferner bietet Pegasus Mail eine vom Betriebssystem unabhängige Mehrbenutzer-Unterstützung, von diesen Benutzern kann jeder wiederum mehrere verschiedene Identitäten anlegen. Identitäten können sich der angegebenen E-Mail-Adresse, im Namen oder in vielen anderen Einstellungen mehrfach unterscheiden. Darüber hinaus bietet Pegasus Mail die Verwaltung von bis zu 10 verschieden Signaturen.

 

Sicherheits-Unterstützung bietet Pegasus Mail 4.70 nun durch die integrierte Open-Source-Bibliothek OpenSSL. Durch diese ist es PMail-Nutzern mit Mail-Konten bei T-Online und Strato – beides sind Telekom-Töchter – möglich, ihre Mails über den angestrebten Standard, nämlich über eine verschlüsselte Verbindung, abzurufen und zu versenden.

 

Solange bei den beiden Anbietern keine Unterstützung des neueren Standards TLS 1.1 (Transport Layer Security) gegeben ist, ist lediglich unverschlüsselter Mail-Abruf und Versand möglich, der ja bekanntlich noch zum Ende dieses Montags abgeschaltet werden soll. Das würde dann für etliche Nutzer ohne Update und manuelle Konfiguration eine leere Mailbox bedeuten. Bis zu der Version 4.63 wird von Pegasus Mail nur TLS 1.0 unterstützt. Das reicht zwar für die meisten Provider wie GMX oder Web.de aus, nicht jedoch für die Telekom.

 

Laut David Harris wurden nach eigenen Angaben bereits über 100.000 der mehr als 400.000 Zeilen des Quelltextes modernisiert. Zu seinem Bedauern würde das jedoch kaum einer dem Programm ansehen, sagt Harris. Er hat den im PMail genutzten TCP/IP-Code komplett neu geschrieben. Auch die integrierte Rechtschreibprüfung war bisher nicht Bestandteil, für die Harris nun auf das auch in Firefox und OpenOffice verwendete, quelloffene Hunspell setzt. Das unterstützt für den User mehrere Sprachen in einem Text.
Noch weitere Neuheiten sind verfügbar: Fasst man Hyperlinks in reinen Text-Mails (als Gegensatz zu HTML-formatierten Mails) in spitze Klammern ein, soll nun auch deren Erkennung wesentlich besser klappen. PMail soll nun die Links auch dann markieren und anklickbar machen, wenn diese über mehrere Zeilen gehen. Ebenfalls verbessert hat Harris den integrierten HTML-Renderer für HTML-formatierte Mails, den engagierte PMail-Nutzer beisteuerten.
Ursprünglich ist Pegasus Mail in englischer Sprache aufgesetzt. Seit einigen Jahren gibt es aber auch eine eingedeutschte Version, die parallel zur englischen Fassung erscheint. Wann nun die angestrebte Version 5.0 erscheinen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Sicherlich ist daran auch die finanzielle Lage nicht ganz unschuldig, denn die freiwilligen Zuwendungen begeisterter User finanzieren schon längst nicht mehr die nötigen Investitionen in aktuelle Hard- und Software. Da heißt es also noch abwarten.

 

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