In einem Mobile Progress Report vom 13. Februar 2026 skizziert das Thunderbird Mobile Team die technischen Schwerpunkte und Produktprioritäten für das laufende Jahr. Der Bericht liefert einen Überblick über die geplanten Arbeiten an den Android und iOS Anwendungen und beschreibt eine Strategie, die Qualitätsverbesserungen, Architekturmodernisierung und ausgewählte Funktionsausbauten miteinander verbinden soll.
Ausgangslage und Zielbild
Der Report ordnet 2026 als Jahr ein, in dem die Nutzererfahrung durch messbare Qualitätsgewinne verbessert werden soll. Im Mittelpunkt stehen Stabilität, Fehlerreduktion und eine Beschleunigung der Entwicklungszyklen. Um diese Ziele zu erreichen, plant das Team Eingriffe in grundlegende Komponenten der Apps, insbesondere in Struktur und Datenhaltung. Parallel dazu sollen Funktionslücken geschlossen werden, vor allem in Bereichen wie Messaging sowie Benachrichtigungen, ohne dass die laufende Modernisierung die Produktentwicklung blockiert.
Android: Modernisierung der Basis und Vereinheitlichung der Oberfläche
Für Android beschreibt der Bericht einen klar technischen Schwerpunkt: Die Anwendung soll in einen Zustand überführt werden, der langfristig wartbar ist. Dazu gehören größere Umbauten an der grundlegenden App Struktur und der Datenbank. Als Ziel wird eine Annäherung an moderne Android Standards genannt. Konkret verweist das Team auf Technologien wie Jetpack Compose und auf den Aufbau eines einheitlichen, konsistenten Design Systems für die Benutzeroberfläche.
Die geplanten Umbauten werden als Investition in eine stabilere Anwendung und in schnellere Weiterentwicklung begründet. Der Bericht betont dabei die Notwendigkeit, die technische Vereinfachung mit sichtbaren Verbesserungen für Anwender zu verbinden. Der Android Fokus lässt sich damit als Doppelstrategie beschreiben: strukturelle Konsolidierung im Inneren und parallele Optimierung zentraler UI Bereiche.
Android Prioritäten 2026 nach Stufe
P1: Höchste Priorität
- Überführung der Android App in eine leichter wartbare und langfristig stabilere Codebasis
- Verbesserung der Datenbankstruktur
- Optimierungen an Nachrichtenliste und Nachrichtenansicht
- Vereinheitlichte Kontenführung über eine Unified Account Funktion
- Ein einheitliches Design System für iOS und Android
P2: Mittlere Priorität
- HTML Signaturen
- Prüfung einer JMAP Unterstützung
P3: Nachrangige Priorität
- Prüfung einer Exchange Unterstützung
- Erkundung von Kalenderfunktionalität
Thunderbird Pro als zukünftige Anbindungsebene
Der Bericht nennt außerdem ein neues Produkt im Thunderbird Umfeld: Thunderbird Pro. Mit zunehmender Verfügbarkeit soll die Android App perspektivisch an diese Plattform angebunden werden. Aus technischer Sicht deutet dies auf eine Erweiterung der Service Integration hin, bei der mobile Clients stärker mit einer zusätzlichen Produktlinie verzahnt werden.
iOS: Fokus auf den erfolgreichen Start von Version 1
Auf iOS Seite steht laut Report der Launch der ersten Version im Vordergrund. Das Team beschreibt diese Zielsetzung als komplex, weil hierfür zahlreiche grundlegende Bausteine auf niedriger Ebene aufgebaut werden müssen. Im laufenden Quartal konzentriert sich die Arbeit auf die Fertigstellung der IMAP und SMTP Komponenten, den Aufbau eines Design Systems sowie die grundlegende Benutzeroberfläche, um diese Komponenten nutzbar zu machen.
Nach Abschluss der IMAP Basis ist die Implementierung von OAuth vorgesehen. Damit soll ein typisches Problem klassischer Mail Setups entschärft werden: umständliche Anmeldewege über App Passwörter oder separate Token. Stattdessen soll die Anmeldung über den üblichen Kontenimportprozess erfolgen, ergänzt um eine klar geführte Oberfläche. Sobald IMAP und OAuth verfügbar sind, sieht das Team die minimal notwendige Grundlage für einen produktiven Mail Client als erreicht, also Senden und Empfangen von E Mails.
Gleichzeitig macht der Report deutlich, dass ein vollständiges Nutzungserlebnis zusätzliche Funktionalität voraussetzt. Genannt werden unter anderem Postfächer, Signaturen, Rich Text Darstellung, Anhangsverarbeitung und ein ausgereiftes Verfassen von Nachrichten. Hier verweist das Team auf bereits erzielte Fortschritte in der zugrunde liegenden Funktionalität und auf ein definiertes Bild der noch offenen Implementierungen.
iOS Prioritäten nach Stufe
P1: Höchste Priorität
- Kontenerstellung und geführter Account Setup Prozess
- IMAP Unterstützung
- Vollständige Erfahrung für Lesen und Schreiben von E Mails
P2: Mittlere Priorität
- JMAP Unterstützung
- HTML Signaturen
Einordnung: Konzentration auf Kernbausteine und klare Priorisierung
Der Mobile Progress Report zeichnet das Bild einer Roadmap, die technische Grundlagenarbeit ausdrücklich in den Mittelpunkt stellt. Auf Android Seite bedeutet dies Architektur und Datenbankmodernisierung sowie UI Konsistenz über ein plattformübergreifendes Design System. Auf iOS Seite liegt der Schwerpunkt auf der Fertigstellung der Protokollbasis und der Authentifizierung, um einen marktfähigen Version 1 Start abzusichern. Ergänzende Funktionen wie JMAP, HTML Signaturen oder perspektivische Exchange Unterstützung werden zwar adressiert, sind jedoch in nachgelagerte Prioritätsstufen eingeordnet.
Der Bericht kündigt an, dass in den kommenden Monaten weitere Updates folgen sollen, um den Fortschritt bei den gesetzten Zielen transparent zu machen.


