Der Volkswagen-Konzern sendet seinen Mitarbeitern nach Dienstschluss künftig kei

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Zukünftig wird es nach Dienstschluss keine E-Mails mehr für Angestellte mit einem Firmen-Smartphone geben. Durch diese Maßnahme versucht der Volkswagen-Konzern die Freizeit seiner Mitarbeiter zu schützen und dem immer häufiger auftretenden Burnout-Syndrom entgegen zu wirken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass andere Firmen nachziehen und ebenfalls die Benachrichtigungen während der Freizeit stark einschränken werden.

Das Thema Burnout darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Immer mehr Angestellte oder Menschen in führenden Positionen sind von dem Dauerstress im Berufsalltag überfordert und können nicht mehr richtig entspannen. Besonders der Umstand, dass Privat- und Berufsleben immer mehr miteinander verschmelzen, führt zu einer höheren psychischen Belastung, die ein Burnout hervorrufen kann. Die ständige Erreichbarkeit über Handy oder E-Mail spielt dabei eine wichtige Rolle, da die Arbeit sozusagen mit nach Hause genommen wird. Wer jedoch immer und überall verfügbar ist, wird einem permanenten Druck ausgesetzt, der sogar häufig von den Betroffenen gar nicht mehr wahrgenommen wird.

Der Volkswagen-Konzern setzt nun ein Zeichen und will seinen Mitarbeitern zukünftig zwischen 18:15 Uhr und 7 Uhr keine betrieblichen Mails mehr schicken. Nachrichten, die in diesem Zeitraum bei dem Konzern eingehen, können die Mitarbeiter erst wieder bei Dienstbeginn abrufen. Der Volkswagen-Konzern ist damit das erste große deutsche Unternehmen, das nach Dienstschluss keine E-Mails mehr an seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schickt und versucht dem Druck der ständigen Erreichbarkeit entgegen zu wirken. Diese Neuregelung wird in sechs deutschen VW-Werken in Kraft treten und gilt für mehr als 1100 Angestellte, die ein Firmen-Smartphone zur besseren Kommunikation benutzen. Es gibt jedoch noch wesentlich mehr Möglichkeiten, um den Mitarbeitern ein angenehmeres Arbeiten möglich zu machen. Die Reduzierung der Verfügbarkeit kann hier nur der erste Schritt in diese Richtung sein.

Uwe Grund, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hamburg, ist der Meinung, dass dies ein wichtiges Signal für andere Firmen sei. Er betonte ebenfalls, dass die ständige Erreichbarkeit über Telefon und E-Mail nicht unbedingt zu einer produktiveren Arbeitsatmosphäre führe, sondern eher dazu beitrage, dass Mitarbeiter deutlich weniger konzentriert an die Arbeit gehen. Auch bei der Telekom und dem Waschmittel-Konzern Henkel habe man die Mitarbeiter angewiesen, geschäftliche Dinge möglichst nicht in der Freizeit zu erledigen, sondern damit bis zum nächsten Arbeitstag zu warten. Henkel hat sogar zu einer "Mail-freien Zeit" während der Feiertage aufgerufen.
 

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