Thunderbird 2 Release

Thunderbird

Mit mehrmonatiger Verspätung und beinahe ein halbes Jahr nach der
Veröffentlichung von Firefox 2 steht nun auch der verwandte
Mozilla-Mail-Client Thunderbird in Version 2.0 kurz vor seiner
Veröffentlichung. "Natürlich ist der E-Mail-Client für das
Mozilla-Projekt enorm wichtig. Die Aufregung und der Hype um Firefox
werden vermutlich aber nicht zu toppen sein", meint
Mozilla-Europa-Präsident Tristan Nitot. Während der beliebte Mozilla-Browser von rund 85-90 Mio.
Usern verwendet wird, kommt Thunderbird laut Nitot derzeit auf etwa
zehn Mio. Anwender. Damit stellt man im Vergleich zum Browser noch
keine wirkliche Konkurrenz für Microsoft und dessen E-Mailprogramme dar."Die Frustration mit existierenden Microsoft-Lösungen ist im
Browsersegment weitaus größer als bei E-Mail-Clients. Für die meisten
Leute erfüllt Outlook einfach immer noch den Job", erklärt sich Nitot
den bisweilen geringeren Erfolg von Thunderbird. Dazu komme, dass es
viel einfacher sei, seinen Browser zu wechseln als von einem
Mailprogramm zu einem anderen umzusteigen. "Wenn man den Browser nicht
mag, wechselt man halt wieder zurück und hat im Extremfall gerade
einmal ein paar Lesezeichen verloren. Durch die Unsicherheit der
Re-Importierung von E-Mail-Daten nach einem Programm-Wechsel sind
Anwender hier viel vorsichtiger", so Nitot. Während Thunderbird zwar
keine Probleme hat, bestehende Einstellungen und E-Mails von
Konkurrenzprogrammen wie Outlook zu importieren, wird diese Funktion
von den marktbeherrschenden Clients derzeit nicht angeboten.

Die
Verspätung beim eigenen E-Mail-Client will Mozilla mit einer Reihe von
Neuerungen wettmachen, die von optischen Nachbesserungen bis zum
einfacheren Einrichten von Webmail-Accounts sowie einer verbesserten
E-Mail-Verwaltung reicht. Die offensichtlichste optische Änderung
betrifft die E-Mailbenachrichtigung, die nun auch Absender, Betreff und
den Beginn der Textmitteilung zusammenfassen. Ähnliches wird in
Thunderbird 2 auch im Ordner-Menü angeboten, wo eine Zusammenfassung
der neu erhaltenen E-Mails als Pop-up aufgerufen werden kann.

Nachgebessert
wurde auch bei der Verwaltung von E-Mails. Ein neues Etiketten-System
verspricht das leichtere Auffinden und Organisieren von Nachrichten. Im
Gegensatz zur Vorgängerversion können derartige Tags auch vom Anwender
in beliebiger Anzahl kreiert werden. Darüber hinaus ist die Zahl der
verwendeten Etiketten für eine E-Mail unbegrenzt. Unterstützt wird die
übersichtlichere Verwaltung durch die überarbeitete Suchfunktion, die
nun bereits während des Tippens Suchergebnisse liefert. Dazu bietet
Mozilla erstmals auch die Möglichkeit, Suchanfragen als virtuelle
Ordner zu speichern. Diese können bei weiteren Sitzungen mit einem
Mausklick erneut abgerufen werden.

Ein gut behütetes Geheimnis
bleibt weiterhin freilich der tatsächliche Veröffentlichungstermin.
Mozilla zufolge wird es aber in den nächsten Tagen so weit sein, zumal
eine letzte Testversion, der Release Candidate 1, bereits im Netz
herumgeistert. Dass es wie bei Firefox 2 zu einer frühzeitigen Verbreitung der finalen Version über die
Mozilla-eigenen FTP-Server kommt, wollte Nitot nicht ausschließen. "Durch den im Vergleich zu Firefox weniger großen
Ansturm, werden die einzelnen Server das schon aushalten", zeigt sich
Nitot zuversichtlich. 

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