
HTML-Inhalte werden beim Export möglicherweise abgeschnitten
Das erste Problem betrifft Outlook Classic in der Version 2608 mit Build 20326.20100. Nach Angaben eines betroffenen Anwenders lässt sich der Fehler reproduzieren, wenn eine HTML-formatierte Nachricht eine bestimmte Zeichenfolge enthält.
Steht das Kleiner-als-Zeichen unmittelbar hinter einem Buchstaben oder einer Zahl, kann Outlook den nachfolgenden Inhalt beim Speichern oder beim Export per Drag and Drop abschneiden. Die Nachricht wird innerhalb von Outlook zunächst vollständig angezeigt. Der Datenverlust tritt dem Bericht zufolge erst bei der Verarbeitung für den Export oder die Speicherung auf.
| Szenario | Beobachtetes Verhalten |
|---|---|
| Buchstabe oder Zahl direkt vor dem Zeichen < | Der nachfolgende Nachrichtentext kann beim Export abgeschnitten werden. |
| Leerzeichen in unmittelbarer Nähe des Zeichens < | Der Export soll vollständig funktionieren. |
| Export über Outlook im Web | Die Nachricht wird nach Angaben des Anwenders vollständig exportiert. |
Möglicher Zusammenhang mit der HTML-Verarbeitung
Das Kleiner-als-Zeichen besitzt in HTML eine besondere Bedeutung. Es leitet normalerweise ein Element oder eine Markup-Sequenz ein. Wird das Zeichen als normaler Text verwendet, sollte es im HTML-Quelltext als Entität < gespeichert werden. Eine fehlerhafte Maskierung oder Tokenisierung könnte dazu führen, dass ein Parser den nachfolgenden Inhalt irrtümlich als Bestandteil eines HTML-Elements behandelt.
Das beobachtete Verhalten deutet deshalb auf eine Abweichung zwischen der Darstellung einer Nachricht und der für den Export verwendeten Serialisierung hin. Outlook könnte für die Anzeige und für das Speichern unterschiedliche Verarbeitungspfade einsetzen. Dass Outlook im Web nicht betroffen sein soll, spricht ebenfalls für eine clientseitige Ursache innerhalb von Outlook Classic.
Eine bestätigte technische Ursachenanalyse von Microsoft liegt für dieses Fehlerbild bislang nicht vor. Auch ist derzeit nicht dokumentiert, ob ausschließlich ein bestimmtes Speicherformat, einzelne Office-Updatekanäle oder weitere Outlook-Builds betroffen sind.
Risiko für Archivierung und Weiterverarbeitung
Der Fehler ist insbesondere für Unternehmen relevant, die Nachrichten per Drag and Drop archivieren, in Dokumentenmanagementsysteme übernehmen oder als Datei an andere Prozesse übergeben. Wird der abgeschnittene Inhalt nicht sofort erkannt, kann eine unvollständige Nachricht dauerhaft archiviert oder weitergeleitet werden.
Administratoren sollten deshalb betroffene Exportdateien mit der ursprünglich angezeigten Nachricht vergleichen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Nachrichten erforderlich, die Programmcode, mathematische Ausdrücke, XML-Fragmente, technische Protokolle oder unmaskierte HTML-Zeichen enthalten.
Bis zu einer offiziellen Klärung kann der Export über Outlook im Web als mögliche Ausweichlösung dienen. Das nachträgliche Einfügen eines Leerzeichens verändert dagegen den Nachrichteninhalt und ist daher für revisionspflichtige Archive nur eingeschränkt geeignet.
Copilot-Schaltflächen können erneut verschwinden
Unabhängig vom Exportproblem beschäftigt Microsoft ein bereits zuvor beobachteter Fehler bei der Copilot-Integration. Ende Juni 2026 meldeten Anwender, dass die Copilot-Schaltflächen in Outlook Classic nicht mehr angezeigt wurden. Microsoft korrigierte das Problem zunächst. Ein am 30. Juni 2026 veröffentlichter Supportbeitrag wurde jedoch am 5. August 2026 erneut aktualisiert.
Laut Microsoft wird das Verhalten weiterhin untersucht. In betroffenen Umgebungen kann Outlook die folgende MAPI-Eigenschaft im Nullprofilabschnitt offenbar nicht ermitteln:
PR_PROFILE_USER_SMTP_EMAIL_ADDRESS_WDiese Eigenschaft stellt die SMTP-Adresse des Profilbenutzers als Unicode-Zeichenfolge bereit. Kann Outlook den Wert nicht aus dem Profil lesen, lässt sich die Identität des angemeldeten Benutzers möglicherweise nicht korrekt mit den Copilot-bezogenen Einstellungen verknüpfen.
Nach der bisherigen Analyse kann die Outlook-Komponente ihre Copilot-Konfiguration deshalb nicht zuverlässig beibehalten. Als Folge erscheint der Einstiegspunkt für Copilot unter Umständen nicht im Navigationsbereich oder an den vorgesehenen Stellen der Benutzeroberfläche.
Das Problem betrifft damit nicht zwingend die grundsätzliche Lizenzierung oder Verfügbarkeit des Dienstes. Eine fehlende Schaltfläche kann vielmehr aus einer inkonsistenten oder unvollständigen Outlook-Profilkonfiguration resultieren.
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Microsoft beschreibt in seinem Supportbeitrag mehrere mögliche Maßnahmen. Welche davon erforderlich ist, hängt vom Zustand des lokalen Outlook-Profils und der
