Thunderbird 153.0 verbessert OAuth, OpenPGP, Exchange und die Stabilität

Thunderbird
Mozilla hat Thunderbird 153.0 am 21. Juli 2026 veröffentlicht. Die neue Version des E-Mail-Clients erweitert unter anderem die OAuth-Anmeldung, integriert Thundermail-Dienste direkt in die Anwendung und verbessert die Darstellung vereinheitlichter Ordner. Einen wesentlichen Schwerpunkt bilden zahlreiche Fehlerkorrekturen in den Bereichen IMAP, Exchange Web Services, OpenPGP, S/MIME, Kalender, Anhänge und Kontoeinrichtung.Thunderbird 153.0 enthält zudem mehrere sicherheitsrelevante Anpassungen. Dazu gehören eine strengere Überprüfung von OAuth-Antworten, eine verbesserte Behandlung von TLS-Fehlern und zusätzliche Sicherheitskorrekturen. Gleichzeitig wurden verschiedene Absturzursachen beseitigt, die beim Beenden der Anwendung, beim Verschieben von Ordnern oder während der automatischen Komprimierung auftreten konnten.

 

Inhaltsverzeichnis

Vereinheitlichte Ordner zeigen das zugehörige Konto deutlicher an

Die vereinheitlichten Ordner von Thunderbird fassen vergleichbare Ordner mehrerer Konten in einer gemeinsamen Ansicht zusammen. Dazu zählen beispielsweise die Posteingänge, Entwürfe, gesendeten Nachrichten und Papierkörbe verschiedener E-Mail-Konten.

Mit Thunderbird 153.0 erhalten diese Ordner eine zusätzliche visuelle Zuordnung. Die Anwendung zeigt nun den Farbindikator des jeweiligen Kontos an. Beim Bewegen des Mauszeigers über die Kennzeichnung erscheint außerdem der Name des zugehörigen Kontos als Hinweistext.

Diese Änderung erleichtert insbesondere die Arbeit mit umfangreichen Thunderbird-Profilen, in denen mehrere private, geschäftliche oder funktionale Postfächer parallel verwaltet werden. Nachrichten und Unterordner lassen sich dadurch schneller einem bestimmten Konto zuordnen.

OAuth-Anmeldung wird im Standardbrowser durchgeführt

Die Anmeldung an E-Mail-Konten über OAuth erfolgt in Thunderbird 153.0 nicht mehr innerhalb eines eingebetteten Browserfensters. Stattdessen öffnet Thunderbird für den Authentifizierungsvorgang den im Betriebssystem festgelegten Standardbrowser.

OAuth wird von zahlreichen E-Mail-Anbietern verwendet, damit Thunderbird keinen klassischen Benutzernamen mit dauerhaft gespeichertem Kontopasswort an den Mailserver übermitteln muss. Stattdessen erhält die Anwendung nach einer erfolgreichen Anmeldung ein zeitlich und funktional begrenztes Zugriffstoken.

Die Nutzung des externen Standardbrowsers kann die Kompatibilität mit modernen Anmeldeverfahren verbessern. Dies betrifft beispielsweise Mehrfaktor-Authentifizierung, Sicherheitsschlüssel, Passkeys, Unternehmensrichtlinien und Anmeldeprozesse mit mehreren Weiterleitungen.

Zusätzlich überprüft Thunderbird nun das Ausstellerfeld eingehender OAuth-Antworten. Fehlt ein erforderlicher Aussteller oder stimmt die Angabe nicht mit dem erwarteten Authentifizierungsdienst überein, wird die Antwort abgelehnt. Damit soll verhindert werden, dass Thunderbird Tokens aus einer nicht vorgesehenen oder unvollständig geprüften Quelle akzeptiert.

Thundermail-Dienste ohne zusätzliches Add-on nutzbar

Die Thundermail-Dienste können mit Version 153.0 direkt innerhalb von Thunderbird verwendet werden. Die bisher erforderliche Installation einer zusätzlichen Erweiterung entfällt.

Durch die native Integration reduziert sich die Abhängigkeit von einem separaten Add-on. Gleichzeitig können Aktualisierungen und Kompatibilitätsanpassungen künftig enger mit der Thunderbird-Version abgestimmt werden.

Für Anwender bedeutet dies einen vereinfachten Einrichtungsprozess. Administratoren profitieren zudem von einer geringeren Anzahl separat zu verwaltender Komponenten.

Odnoklassniki aus der Chat-Einrichtung entfernt

Thunderbird 153.0 entfernt die bisherige Einrichtungsmöglichkeit für den Chatdienst Odnoklassniki. Anwender werden stattdessen auf die allgemeine Konfiguration über das XMPP-Protokoll verwiesen.

XMPP ist ein standardisiertes Protokoll für Instant Messaging und Präsenzinformationen. Konten kompatibler Dienste können weiterhin über eine entsprechende XMPP-Konfiguration eingebunden werden, sofern der jeweilige Anbieter die notwendigen Serverdaten und Authentifizierungsverfahren bereitstellt.

PDF-Anhänge lassen sich zuverlässiger bedienen

Mehrere Korrekturen betreffen PDF-Dateien, die direkt in Thunderbird geöffnet werden. Wurde ein PDF-Anhang in einer Thunderbird-Registerkarte angezeigt, konnte die Tastenkombination Strg und S die Datei zuvor nicht ordnungsgemäß speichern. Dieses Problem wurde behoben.

Auch das Navigieren innerhalb geöffneter PDF-Dokumente wurde korrigiert. Die Leertaste kann nun wieder zum Weiterblättern beziehungsweise zum vertikalen Scrollen verwendet werden.

Darüber hinaus wurde ein Fehler beim Verfassen neuer Nachrichten behoben. Beim Hinzufügen bestimmter PDF-Anhänge öffnete Thunderbird teilweise das PDF-Dokument, anstatt eine neue E-Mail mit dem vorgesehenen Anhang zu erstellen.

Unter Windows konnten Anhänge, die über den Kommandozeilenparameter -compose eingebunden wurden, außerdem einen falschen Dateinamen erhalten. Thunderbird 153.0 übernimmt die Dateibezeichnung nun zuverlässiger.

Mehrere Absturzursachen beseitigt

Die neue Version korrigiert mehrere Fehler, durch die Thunderbird unerwartet beendet werden konnte. Ein möglicher Absturz trat während des regulären Herunterfahrens der Anwendung auf. Eine weitere Ursache bestand beim Kopieren einer leeren Nachrichtenliste.

Auch das Abschließen eines Kopier- oder Verschiebevorgangs von Ordnern konnte einen Absturz auslösen. Dieser Fehler wurde ebenfalls korrigiert.

Darüber hinaus konnte die Funktion zum Suchen und vollständigen Ersetzen von Text zu einem Programmabsturz führen. Thunderbird 153.0 stabilisiert diesen Vorgang.

Besonders schwerwiegend war ein Problem bei der automatischen Ordnerkomprimierung. Unter bestimmten Bedingungen konnte die interne Nachrichtendatenbank beschädigt werden. Während nachfolgender Synchronisationsvorgänge waren dadurch weitere Abstürze möglich. Die aktuelle Version soll diese Beschädigung verhindern.

Beschädigte Kontodaten eines NNTP-Kontos konnten außerdem einen stark erhöhten Arbeitsspeicherverbrauch verursachen und Thunderbird bereits beim Start zum Absturz bringen. Auch diese Fehlerquelle wurde überarbeitet.

TLS-Fehler werden präziser zugeordnet

Thunderbird meldete bislang verschiedene unbekannte TLS-Fehler pauschal als Problem mit einem nicht vertrauenswürdigen Zertifikat. Dadurch konnte die angezeigte Fehlermeldung von der tatsächlichen Ursache abweichen.

Mit Thunderbird 153.0 werden solche Fehler differenzierter behandelt. Anwender und Administratoren erhalten dadurch aussagekräftigere Hinweise, wenn eine verschlüsselte Verbindung zu einem Mail-, Kalender-, Adressbuch- oder Newsserver nicht hergestellt werden kann.

Zusätzlich wurde die Zertifikatsbehandlung bei NNTP-Konten verbessert. Ein Newsserver mit einem ungültigen TLS-Zertifikat konnte zuvor nicht ordnungsgemäß zu den Zertifikatsausnahmen hinzugefügt werden.

Migration älterer IMAP-Profile korrigiert

Bei der Migration älterer IMAP-Profile bestand die Gefahr, dass lokale Dateien des Posteingangs und weiterer Mailboxen gelöscht wurden. Betroffen waren unter anderem Dateien, die dem Ordner INBOX zugeordnet waren.

Thunderbird 153.0 korrigiert diesen Migrationsfehler. Die Änderung ist insbesondere für Anwender relevant, die ein über viele Jahre genutztes Thunderbird-Profil aktualisieren oder auf einen neuen Computer übertragen.

Trotz der Korrektur bleibt es empfehlenswert, vor größeren Versionswechseln eine vollständige Sicherung des Thunderbird-Profilordners anzulegen. Darin befinden sich neben den Kontoeinstellungen auch lokale Nachrichten, Filterregeln, Zertifikate, Adressbücher und weitere benutzerspezifische Daten.

Verbesserungen bei IMAP-Ordnern und Schlagwörtern

Thunderbird 153.0 behebt mehrere Probleme bei der Verwaltung von IMAP-Ordnern. Mehrere gleichzeitig markierte Ordner können nun wieder gemeinsam verschoben oder gelöscht werden.

Auch die Sortierung numerisch benannter Unterordner wurde angepasst. Ordnernamen mit Zahlen wurden bisher rein alphabetisch angeordnet. Dadurch konnte beispielsweise die Reihenfolge 1, 10, 11 und 2 entstehen. Thunderbird verwendet nun eine natürliche Sortierung, bei der Zahlen entsprechend ihrem numerischen Wert berücksichtigt werden.

Bei der Übertragung eines lokalen Ordners in ein IMAP-Konto konnten die den Nachrichten zugewiesenen Schlagwörter verloren gehen. Die neue Version übernimmt diese Informationen wieder ordnungsgemäß.

Eine weitere Korrektur betrifft nicht lateinische IMAP-Schlüsselwörter. Diese wurden teilweise fälschlicherweise in Kleinbuchstaben umgewandelt und anschließend fehlerhaft im MUTF-7-Format codiert. Dies konnte die Synchronisation von Schlagwörtern mit bestimmten Servern beeinträchtigen.

Auch das Entfernen von Schlagwörtern aus IMAP-Nachrichten wurde stabilisiert. In früheren Versionen konnten entfernte Markierungen nach einer Aktualisierung des Ordners erneut erscheinen.

Virtuelle Ordner speichern Einstellungen zuverlässiger

Virtuelle Ordner zeigen Nachrichten auf Basis festgelegter Suchkriterien an, ohne die E-Mails physisch zu verschieben. Thunderbird 153.0 behebt mehrere Fehler in der Konfiguration dieser Suchordner.

Die Einstellung für eine serverseitige Onlinesuche blieb zuvor nicht immer erhalten. Nach dem erneuten Öffnen oder Bearbeiten eines virtuellen Ordners konnte die Option verloren gehen. Die aktuelle Version speichert diese Einstellung wieder dauerhaft.

Im Auswahldialog für die zu durchsuchenden Ordner wurde außerdem ein nicht beschriftetes Instant-Messaging-Konto als auswählbarer Ordner angezeigt. Dieser ungültige Eintrag wird nicht mehr angeboten.

Globale Suche berücksichtigt lokale Nachrichten besser

Die globale Thunderbird-Suche konnte Nachrichten in lokalen Ordnern zwar finden, zeigte diese jedoch nicht immer in der Ergebnisansicht an, wenn der direkte Zugriff auf die betreffenden Einträge fehlschlug.

Thunderbird 153.0 verbessert die Verarbeitung solcher Suchergebnisse. Dies soll insbesondere bei älteren lokalen Nachrichtenarchiven und umfangreichen Profilen für vollständigere Resultate sorgen.

Auch die Tastenkombination Strg, Umschalt und F für die Funktion zur Nachrichtensuche wurde korrigiert. Sie funktionierte zuvor nicht zuverlässig, wenn eine Nachricht in einem eigenständigen Fenster geöffnet war.

Ordnerbereich in zusätzlichen Registerkarten anpassbar

Thunderbird erlaubt das Öffnen zusätzlicher Registerkarten mit einer vollständigen Drei-Bereiche-Ansicht. In diesen weiteren Registerkarten konnte die Breite des Ordnerbereichs bislang nicht horizontal verändert werden.

Die aktuelle Version stellt die Größenanpassung wieder her. Anwender können den Ordnerbereich somit auch in zusätzlichen Registerkarten an die Länge ihrer Ordnernamen und die verfügbare Bildschirmbreite anpassen.

Benachrichtigungen auf mehreren Monitoren korrigiert

Benachrichtigungsfenster für neu eingegangene Nachrichten konnten auf Systemen mit mehreren Monitoren falsch positioniert oder mit unpassenden Abmessungen dargestellt werden.

Thunderbird 153.0 berücksichtigt solche Bildschirmkonfigurationen zuverlässiger. Dies betrifft insbesondere Systeme mit unterschiedlichen Auflösungen, Skalierungsfaktoren oder Monitoranordnungen.

OpenPGP-Verarbeitung beschleunigt und stabilisiert

Ein umfangreicher Teil der Fehlerkorrekturen betrifft die integrierte OpenPGP-Unterstützung. Thunderbird kann OpenPGP verwenden, um E-Mails Ende-zu-Ende zu verschlüsseln und digital zu signieren.

Nachrichten aus Apple Mail konnten teilweise nicht entschlüsselt werden, wenn die Kennung des Empfängerschlüssels in einer für Thunderbird unerwarteten Form verborgen war. Die aktuelle Version kann solche Nachrichten nun korrekt verarbeiten.

Der Import eines öffentlichen OpenPGP-Schlüssels mit experimentellen Datenpaketen schlug bisher mit einer unklaren Fehlermeldung fehl. Thunderbird 153.0 verbessert die Fehlerbehandlung und stellt den Grund für den fehlgeschlagenen Import verständlicher dar.

Zusätzlich wurden Leistungsprobleme beim Entschlüsseln verschlüsselter Nachrichten behoben. Das Öffnen einer Nachricht mit enthaltenen OpenPGP-Schlüsselinformationen konnte bei großen Schlüsselringen die Benutzeroberfläche über längere Zeit blockieren. Die Verarbeitung wurde optimiert, damit Thunderbird während dieses Vorgangs besser bedienbar bleibt.

Auch die Aktualisierung von OpenPGP-Schlüsseln wurde korrigiert. Lieferte eine Suche anhand des Fingerabdrucks mehrere Ergebnisse zurück, konnte die Schlüsselaktualisierung zuvor fehlschlagen.

S/MIME-Fehlermeldungen werden verständlicher

Bei der Verwendung eines ungültigen oder nicht mehr verwendbaren S/MIME-Verschlüsselungszertifikats zeigte Thunderbird teilweise eine irreführende Fehlermeldung beim Versand an.

Thunderbird 153.0 ordnet die Ursache nun genauer dem verwendeten Zertifikat zu. Dadurch lässt sich schneller erkennen, ob ein Zertifikat abgelaufen, widerrufen, nicht für die Verschlüsselung vorgesehen oder einem falschen Empfänger zugeordnet ist.

Verfassen und Versenden von Nachrichten verbessert

Im Nachrichtenfenster wurden verschiedene Probleme bei der Bedienung und beim Versand korrigiert. Das Ziehen einer E-Mail-Adresse zwischen zwei geöffneten Verfassenfenstern fügte den Empfänger zuvor nicht immer korrekt ein. Die Drag-and-Drop-Funktion arbeitet nun zuverlässiger.

Auch die Tastenkombination Strg und Eingabetaste wurde korrigiert. In bestimmten Situationen öffnete Thunderbird damit einen Anhang, anstatt die Nachricht zu versenden.

Bei aktiviertem verzögertem Versand blieb das Verfassenfenster teilweise geöffnet, obwohl die Nachricht bereits für den späteren Versand übernommen worden war. Thunderbird schließt das Fenster nun entsprechend dem vorgesehenen Ablauf.

Der Versanddialog konnte nach einem erfolgreichen Sendevorgang außerdem bei der Meldung Filter abgeschlossen stehen bleiben. Dieses Problem wurde beseitigt.

Ein abgebrochener Versand ließ sich in manchen Fällen nicht erneut starten. Stattdessen blieb der Vorgang hängen und endete mit einem SMTP-Zeitüberschreitungsfehler. Thunderbird 153.0 ermöglicht einen erneuten Versandversuch, ohne dass die Anwendung in diesem Zustand verbleibt.

Schnellfilter verliert seine Fixierung nicht mehr

Der Schnellfilter kann in Thunderbird dauerhaft fixiert werden, damit die gewählten Filterkriterien beim Wechsel zwischen Ordnern erhalten bleiben. Nach einem Ordnerwechsel konnte das Drücken der Escape-Taste diese Fixierung unbeabsichtigt aufheben.

Die aktuelle Version trennt das Schließen beziehungsweise Zurücksetzen einer Filtereingabe nun zuverlässiger von der dauerhaft aktivierten Filterfixierung.

Kontoeinrichtung zeigt korrekte Authentifizierungsdaten

Der überarbeitete Kontenbereich, von Thunderbird als Account Hub bezeichnet, erhält mit Version 153.0 mehrere Korrekturen. In bestimmten Ansichten zeigte die Oberfläche die verwendete Verbindungssicherheit anstelle der tatsächlichen Authentifizierungsmethode an.

Dadurch konnte beispielsweise eine TLS-Einstellung angezeigt werden, obwohl an dieser Stelle eigentlich zwischen Passwort, OAuth, GSSAPI, NTLM oder einer anderen Authentifizierungsmethode unterschieden werden sollte. Thunderbird stellt diese Angaben nun korrekt dar.

Auch die automatische Einrichtung über GSSAPI wurde angepasst. Thunderbird forderte teilweise ein Passwort an, obwohl die Authentifizierung über Kerberos beziehungsweise GSSAPI erfolgen sollte.

Die automatische Servererkennung konnte ebenfalls eine Passwortabfrage anzeigen, obwohl für den erkannten Server keine geeignete Authentifizierungsmethode verfügbar war. Dieser irreführende Dialog wurde korrigiert.

OAuth-Auswahl passt sich geänderten Serverdaten an

Wurde im Account Hub zunächst OAuth ausgewählt und anschließend der Servername geändert, blieb OAuth teilweise aktiv, obwohl der neu eingetragene Server dieses Verfahren nicht unterstützte.

Thunderbird 153.0 prüft die Authentifizierungsoptionen nach einer Änderung des Hostnamens erneut. Nicht unterstützte Verfahren sollen dadurch nicht mehr als gültige Auswahl bestehen bleiben.

Darüber hinaus wurde das Beenden von Thunderbird während laufender OAuth-Anfragen verbessert. Aktive Anmeldevorgänge konnten zuvor verhindern, dass die Anwendung ordnungsgemäß geschlossen wird.

Neue Identitäten erhalten zusätzliche Einstellungen

Der Dialog zum Anlegen einer weiteren Absenderidentität enthielt bisher nicht alle relevanten Optionen. Es fehlten unter anderem Einstellungen zur Zuordnung eingehender Antworten sowie zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Thunderbird 153.0 ergänzt diese Konfigurationsmöglichkeiten. Zusätzliche Identitäten können damit genauer festlegen, welche Nachrichten als Antworten auf die jeweilige Absenderadresse erkannt werden und welche Verschlüsselungseinstellungen gelten sollen.

Exchange Web Services mit zahlreichen Korrekturen

Die Unterstützung für Exchange Web Services, kurz EWS, wird in Thunderbird 153.0 in mehreren Bereichen verbessert. Bei der manuellen Einrichtung eines EWS-Kontos fehlte bislang die Möglichkeit, OAuth als Authentifizierungsverfahren auszuwählen. Diese Option steht nun zur Verfügung.

Nach der Rückkehr aus der manuellen EWS-Konfiguration zeigte der Account Hub teilweise eine Fehlermeldung an, obwohl kein tatsächlicher Konfigurationsfehler vorlag. Die fehlerhafte Statusanzeige wurde entfernt.

Gesendete Nachrichten konnten in einem EWS-Konto im Ordner für gesendete Elemente als ungelesen erscheinen. Thunderbird kennzeichnet diese Nachrichten nun korrekt.

Bei der Verwendung von NTLM konnte Thunderbird Anmeldefehler melden, obwohl die Synchronisation mit dem Exchange-Server erfolgreich durchgeführt wurde. Die Authentifizierungs- und Statusauswertung wurde entsprechend angepasst.

Neue Nachrichten in EWS-Ordnern lösten nicht immer eine Benachrichtigung aus. Teilweise erschien die Meldung erst, nachdem der betreffende Ordner manuell ausgewählt worden war. Thunderbird 153.0 erkennt neue EWS-Nachrichten nun unabhängig von der aktuell geöffneten Ordneransicht.

Auch der Umgang mit eingebetteten Bildern wurde verbessert. Beim Speichern von Inline-Bildern aus Exchange-Nachrichten konnten falsche Dateinamen oder Dateitypen verwendet werden.

Für Nachrichten mit mehreren Empfängern fehlte unter bestimmten Bedingungen die Schaltfläche zum Antworten an alle. Die aktuelle Version stellt die Funktion in den betroffenen EWS-Nachrichten wieder bereit.

Einzelne Nachrichten im Papierkorb eines EWS-Kontos konnten außerdem nicht dauerhaft gelöscht werden. Thunderbird 153.0 korrigiert die Löschoperation für diese Elemente.

QR-Export für Thunderbird auf Android korrigiert

Thunderbird kann Kontoeinstellungen über einen QR-Code an Thunderbird für Android übertragen. Enthielt der Export ein SMTP-Passwort, konnten ungültige Daten erzeugt werden.

Die Android-Anwendung war dadurch unter Umständen nicht in der Lage, das übertragene Ausgangsserverkonto korrekt einzurichten. Thunderbird 153.0 erzeugt die QR-Daten nun in einem kompatiblen Format.

Nachrichtenfilter lassen sich erneut direkt ausführen

Im Dialog für Nachrichtenfilter konnte die Schaltfläche Jetzt ausführen nach einem Filterlauf oder nach dem Abrufen neuer Nachrichten deaktiviert bleiben.

Die Schaltfläche wird in Thunderbird 153.0 nach Abschluss des jeweiligen Vorgangs wieder aktiviert. Filter können dadurch erneut ausgeführt werden, ohne den Dialog schließen oder Thunderbird neu starten zu müssen.

CardDAV-Weiterleitungen korrekt verarbeitet

CardDAV-Server können bei der Einrichtung oder Synchronisation auf eine andere Adresse weiterleiten. Enthielt eine solche Weiterleitung eine relative URL, bezog Thunderbird diese teilweise auf den falschen Servernamen.

Die neue Version löst relative CardDAV-Adressen nun gegen den korrekten Host auf. Dies verbessert die Kompatibilität mit Adressbuchservern, Reverse-Proxys und Hostingumgebungen, die Weiterleitungen für CardDAV-Endpunkte verwenden.

Weiterleitung von Apple-Mail-Nachrichten korrigiert

Beim Weiterleiten bestimmter Nachrichten aus Apple Mail behandelte Thunderbird eingebetteten Text teilweise als Dateianhang. Der eigentlich sichtbare Nachrichteninhalt wurde dadurch als separate Datei an die weitergeleitete E-Mail angehängt.

Thunderbird 153.0 erkennt die betroffenen Nachrichtenstrukturen nun zuverlässiger und übernimmt den Text wieder als regulären Nachrichteninhalt.

Primärpasswort-Richtlinien werden durchgesetzt

Thunderbird konnte eine durch Richtlinien vorgegebene Verwendung des Primärpassworts erkennen, setzte diese Vorgabe jedoch nicht konsequent für gespeicherte Kontopasswörter durch.

Version 153.0 verbessert die Richtlinienauswertung. Ist die Nutzung eines Primärpassworts administrativ vorgeschrieben, soll Thunderbird gespeicherte Zugangsdaten nur entsprechend dieser Vorgabe verwalten.

Diese Änderung ist besonders für Unternehmen und Organisationen relevant, die Thunderbird über zentrale Richtlinien konfigurieren und den Zugriff auf lokal gespeicherte Passwörter zusätzlich absichern.

Kalender und Termine erhalten mehrere Korrekturen

Auch die integrierte Kalenderfunktion wurde überarbeitet. Beim Kopieren eines einzelnen Termins aus einer wiederkehrenden Terminserie konnte Thunderbird beim Einfügen ein falsches oder fehlendes Datum verwenden.

Die aktuelle Version übernimmt das Datum der ausgewählten Wiederholung nun korrekt.

Kalendereinladungen wurden teilweise als bereits verarbeitet markiert, sobald eine Kalendersynchronisation abgeschlossen war. Dies konnte geschehen, obwohl der Anwender die Einladung noch nicht angenommen, abgelehnt oder vorläufig bestätigt hatte. Thunderbird 153.0 trennt den Synchronisationsstatus wieder vom tatsächlichen Bearbeitungsstatus der Einladung.

Kommentare in ICS-Termindateien wurden außerdem nicht in den Thunderbird-Termindetails angezeigt. Die Anwendung stellt solche Zusatzinformationen nun wieder dar.

Chat-Konten werden vollständig entfernt

Beim Entfernen eines Chat-Kontos konnte Thunderbird eine interne Ausnahme auslösen. Das Konto wurde dadurch nicht vollständig aus der Benutzeroberfläche entfernt.

Thunderbird 153.0 bereinigt sowohl die Kontodaten als auch die zugehörigen Oberflächenelemente ordnungsgemäß.

Weitere Verbesserungen an Oberfläche und Bedienung

Die neue Version enthält zusätzliche visuelle und funktionale Anpassungen. Dazu gehört unter anderem eine Korrektur des Widgets zur Anzeige eines Ordnerpfads, das zuvor einen nicht lokalisierten Ordnernamen verwenden konnte.

Auch ein leerer Bestätigungsdialog wurde behoben. Dieser erschien, wenn mehr Nachrichten in Registerkarten geöffnet wurden, als über die Einstellung mailnews.open_tab_warning vorgesehen war.

Die genannten Anpassungen sollen die Konsistenz der Benutzeroberfläche verbessern und unklare oder unvollständige Dialoge vermeiden.

Sicherheitskorrekturen sind Bestandteil des Updates

Mozilla nennt für Thunderbird 153.0 zusätzlich allgemeine Sicherheitskorrekturen. Einzelheiten zu den behobenen Schwachstellen werden in den veröffentlichten Versionshinweisen nicht vollständig aufgeführt.

Aufgrund der Änderungen an OAuth, TLS, Primärpasswort-Richtlinien und verschlüsselten Nachrichten empfiehlt sich das Update insbesondere für Systeme, auf denen Thunderbird geschäftlich eingesetzt wird oder vertrauliche E-Mails verarbeitet werden.

Thunderbird 153.0 ist vor allem ein Stabilitätsupdate

Thunderbird 153.0 führt nur wenige unmittelbar sichtbare Funktionen ein, enthält jedoch eine ungewöhnlich umfangreiche Liste technischer Korrekturen. Besonders relevant sind die Verbesserungen bei OAuth-Anmeldungen, OpenPGP, Exchange Web Services, IMAP-Ordnern, PDF-Anhängen und der Kontoeinrichtung.

Die behobenen Fehler reichen von fehlerhaften Statusanzeigen bis zu möglichen Datenbankbeschädigungen und Programmabstürzen. Nutzer großer Profile, mehrerer E-Mail-Konten oder umfangreicher OpenPGP-Schlüsselringe dürften daher besonders von der Aktualisierung profitieren.

Vor der Installation sollte eine Sicherung des Thunderbird-Profilordners erstellt werden. Nach dem Update empfiehlt sich eine Überprüfung der wichtigsten Konten, Filterregeln, virtuellen Ordner, Verschlüsselungseinstellungen und Kalenderverbindungen.

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