Workaround ohne Downgrade: Verschlüsselung richtig über das Menüband setzen

Outlook

Nach einem Update von Microsoft Outlook 365 im aktuellen Kanal berichten Administratoren und Anwender von Problemen beim Öffnen bestimmter verschlüsselter Nachrichten. Betroffen sind E-Mails, die mit der Option „Nur verschlüsseln“ gesendet wurden. Laut der vorliegenden Problembeschreibung tritt das Verhalten seit Outlook Version 2511 im Current Channel auf, konkret ab Build 19426.20218.

Fehlerbild bei Empfängern in klassischem Outlook

Empfänger können die betroffenen „Nur verschlüsseln“-E-Mails unter Umständen nicht lesen. Im Lesebereich kann eine Meldung erscheinen, die darauf hinweist, dass eine Nachricht mit eingeschränkter Berechtigung erst nach einer Überprüfung der Anmeldeinformationen angezeigt werden kann. Wird die E-Mail anschließend geöffnet, erscheint statt des erwarteten Inhalts häufig eine Anlage mit dem Namen message_v2.rpmsg. Der Nachrichtentext bleibt dabei für den Empfänger unzugänglich.

Technischer Hintergrund und betroffene Verschlüsselungsvariante

Das Problem tritt nach derzeitigem Stand dann auf, wenn die Verschlüsselung über die Einstellungen im Dialogfeld der E-Mail-Datei vorgenommen wird, also über den Pfad Datei und anschließend Verschlüsseln. In diesem Szenario scheint die Verarbeitung der „Nur verschlüsseln“-Nachricht im Empfängerclient zu scheitern, sodass Outlook den Inhalt nicht korrekt darstellt und stattdessen die geschützte Nachricht als rpmsg-Anlage ablegt.

Status: Untersuchung durch das Outlook-Team

Microsofts Outlook-Team untersucht das Problem derzeit. Eine konkrete Fehlerbehebung oder ein Zeitplan für ein Update liegt in der Beschreibung noch nicht vor. Es wird angekündigt, dass weitere Informationen nachgereicht werden, sobald der Stand der Analyse fortgeschritten ist.

Workaround: Verschlüsselung über das Menüband verwenden

Als praktikable Umgehung wird empfohlen, die Verschlüsselung nicht über Datei und Verschlüsseln zu setzen. Stattdessen soll die Funktion über das Menüband genutzt werden:

  • In der E-Mail das Menüband Optionen öffnen
  • Verschlüsseln auswählen
  • Danach entweder Verschlüsseln oder Nicht weiterleiten setzen

Diese Vorgehensweise orientiert sich an der Anleitung zum Senden verschlüsselter Nachrichten in Microsoft 365 Personal oder Family und soll verhindern, dass Empfänger in klassischem Outlook an der Anzeige des Inhalts scheitern.

Alternative Umgehung: Office-Build auf funktionierende Version zurücksetzen

Als weitere Option kann ein Downgrade auf einen Build erfolgen, der das Problem nicht zeigt. Laut Beschreibung beginnt der Fehler mit Build 19426.20218. Der unmittelbar vorherige Build, der als funktionierend genannt wird, ist 19426.20186.

Schrittfolge für den Rollback per Click to Run

Für einen Rollback werden folgende Schritte angegeben:

  1. Arbeit speichern und alle Office-Anwendungen schließen
  2. Eine Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten öffnen
  3. Den folgenden Befehl ausführen
"%programfiles%\Common Files\Microsoft Shared\ClickToRun\officec2rclient.exe" /update user updatetoversion=16.0.19426.20186

Anschließend kann die E-Mail erstellt und gesendet werden, solange der funktionierende Build aktiv ist. In verwalteten Umgebungen sollte ein Rollback allerdings mit den Update-Richtlinien und Compliance-Anforderungen abgestimmt werden.

Einordnung für IT-Betrieb und Support

Für Support-Teams ist vor allem die schnelle Abgrenzung wichtig, ob die Verschlüsselung über das Datei-Menü gesetzt wurde oder über das Menüband. Da verschlüsselte Kommunikation häufig geschäftskritisch ist, kann das Problem insbesondere bei Empfängern in klassischen Outlook-Installationen zu erhöhtem Ticketaufkommen führen. Der Workaround über das Menüband ist in vielen Fällen die risikoärmere Maßnahme, während ein Downgrade eher als temporäre Notlösung betrachtet werden sollte.

Schlussbemerkung

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Darstellung von „Nur verschlüsseln“-E-Mails in Outlook Version 2511, und haben die genannten Workarounds in Ihrer Umgebung zuverlässig geholfen?

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