Das dreckige Dutzend – … der etwas andere Rückblick

Viren

Zu Beginn des neuen Jahres veröffentlicht Panda Security – wie in jedem Jahr – eine Liste mit den zwölf außergewöhnlichsten Computer-Schädlingen der vergangenen zwölf Monate. Das „dreckige Dutzend“ besteht nicht zwangsläufig aus den schädlichsten Viren, Würmern, Trojanern, etc., sondern aus Eindringlingen, die sich aus der grauen Masse der digitalen Schädlinge hervorheben, sei es weil sie ihren Zweck verfehlten, weil sie die Kreativität der Programmierer zum Ausdruck bringen oder weil sie mit miesen Tricks Computer-Nutzer austricksen konnten.

Hier die fiesesten, amüsantesten und auffälligsten Schädlinge des Jahres 2007:

Der PR-Trojaner: Die neuesten Nachrichten zum Thema iPhone bekamen Computer-User vom Trojaner Aifone.A. Sobald das von Apple entwickelte Smartphone auf dem Markt war, machte Aifone.A Werbung dafür – auch wenn sein eigentliches Ziel die Verbreitung seines schädlichen Codes war.

Der Kidnapper: Der Trojaner Sinowal.FY verschlüsselt alle Dokumente auf infizierten Systemen und verhindert das Öffnen der Datenpakete. Auf diese Weise zwingt er die betroffenen User dazu, ein spezielles Tool zu kaufen, um die codierten Datengeiseln zu entschlüsseln. Das Lösegeld für die gekidnappten Dokumente beträgt 300,- Dollar. Bei Nichtzahlung droht der Schädling mit der unwiderruflichen Löschung aller Daten. Um den Zahlungsvorgang zu beschleunigen und den User unter Druck zu setzen, legt er eine Frist fest.

Der Entertainer: Während sich der Wurm RogueMario.A auf Computern installiert, unterhält er betroffene Nutzer, indem er Ihnen eine Version des beliebten Computer-Spiels Mario Bros zur Verfügung stellt, um von seinen schädlichen Aktivitäten abzulenken.

Der Politiker: Mit seinem Aufruf zur Teilnahme an den Wahlen in Kenia zeigt der Wurm Voter.A soziales Interesse. Jedoch beeinflusst er die potentiellen Wähler, indem er Ihnen den von ihm favorisierten Kandidaten vorstellt – und das immer und immer wieder, denn das entsprechende Bild wird alle neun Sekunden auf dem Bildschirm angezeigt. Ob diese Art der Unterstützung dem Kandidaten die nötige Beliebtheit bringt, ist sehr zweifelhaft.

Der Spion: Der Trojaner AttachMsngr.G zeichnet sich durch einen immensen Wissenshunger und eine große Portion Neugierde aus. Alles, was der Computer-Nutzer macht, scheint für den Schädling von Interesse zu sein: Er erfasst jeden Tastaturanschlag, jede Bewegung der Maus sowie jede Kommunikation, die der User über den MSN Messenger tätigt. Das auf diese Weise erworbene Wissen kann für den Anwender jedoch leider zu einer großen Bedrohung werden.

Der Halloween-Wurm: Pünktlich zum Halloween-Fest ließ der Wurm Nuwar ein menschliches Skelett auf Bildschirmen von infizierten Computern zum Song „Boom Boom Bomm“ von den Venga Boys tanzen. Leider installierte sich gleichzeitig der Wurm auf den Computern und wandelte sie in Zombies um.

Der Geschichtenerzähler: Während der Wurm CivilArmy.B einen Computer infiziert, öffnet er auf dem Bildschirm die Textdatei „SexStory“, in der er von einer heißen Sommerliebe mit einer älteren Frau berichtet. Statt des Happy Ends erwartet den Nutzer jedoch folgender Hinweis: „ha ha ha ha – you are victim – end of story“.

Der Glücksbringer: „Happy New Year!“ – so lautet die Betreffzeile der Nachricht, in der sich der Wurm Nuwar.B versteckt. Als Neujahrsgeschenk erhält der Besitzer des infizierten Rechners einen Aktientipp, der ihm angeblich große Gewinne einbringen soll, da der Wert der empfohlenen Aktie drastisch steigen soll.

Der Liebestolle: In Windeseile verbreitete sich im Februar der Valentins-Wurm Nurech.A. Dabei hatte er es besonders auf männliche User abgesehen: Als Absender wurden fast ausschließlich weibliche Vornamen benutzt. Liebesbriefe wie z.B. „Together You and I“, „Everyone needs Someone“ oder „Cyber Love“ erwiesen sich jedoch nur als Malwareschleusen.

Der Cyber-Pirat: „Fluch der Karibik 3“ – das Kino-Ereignis des Frühlings lockte nicht nur zahlreiche Filmfans ins Kino, sondern auch unvorsichtige Computer-Nutzer in die Malware-Falle. Der Trojaner Pirabbean.A ergaunerte sensible Daten von infizierten Rechnern, indem er exklusive Szenen und Bilder des Films in einem Trailer versprach. Er verbreitete sich über E-Mails, die einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen enthielten und deren Betreff „Pirates of the Caribbean: At world’s end“ war.

Der Romantiker: Der Wurm UzaScreener.A macht sich auf eine sehr nervenaufreibende Art und Weise bemerkbar: Er fährt verseuchte Computer zehn mal nacheinander herunter und wieder hoch, um danach den Bildschirm-Hintergrund durch ein schwarzes Bild zu ersetzen, auf dem zu Lesen steht: „U.Z.A. Operating System“. Der Programmcode des Wurms enthält folgende Nachricht: „U.Z.A. O/S is a virus made by ANJ which is dedicated to his very sweet and lovely wife, AAZ…With lots of love.”

Der Neugierige: Jedes Mal, wenn der Trojaner LiveDeath.A Rechner infiziert, zwingt er die entsprechenden Nutzer dazu, einen langen Fragekatalog zu beantworten, um ihre Daten zu retten. Leider gibt es keine richtige Antworten auf die Fragen, wie z.B. „Was ist Deine Lieblingsfarbe?“ – der Computer stürzt auf jedem fall ab.

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