Facebook will Namen der Koobface-Gang-Mitglieder veröffentlichen

Viren

Die Koobface-Gang hat jahrelang Trojaner über soziale Netzwerke verteilt und mehr als 800.000 Computer mit der Schadsoftware infiziert. Der Trojaner tarnte sich unter anderem als Video-Codec und hatte somit Zugriff auf die Daten infizierter Computer. Die Koobface-Gang verdiente mit dieser Masche angeblich bis zu 2 Millionen Dollar pro Jahr und zählt damit zu den größeren Fischen der Online-Kriminialität.

Heise.de berichtet nun, dass die New York Times berichtet hat, dass Facebook die Namen der fünf mutmaßlichen Täter im Internet veröffentlichen will. Dadurch soll den Tätern das Verbreiten des Trojaners erschwert werden und da Umfeld auf die Tätigkeiten der Kriminellen aufmerksam gemacht werden. Ob ein derartiges öffentliches anprangern wirklich der richtige Weg ist, bleibt offen und erinnert eher an das Vorgehen im Mittelalter. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die ermittelten Identitäten hinter den Namen nicht doch unschuldig sind. Dadurch könnte der Ruf unbeteiligter Personen stark geschädigt werden. Angeblich handelt es sich bei den fünf Tätern um Russen aus St. Petersburg, die ihr Geld ausschließlich mit dem Verteilen von Trojanern und Viren auf Windows-PCs verdienen. Laut dem Anti-Viren-Hersteller Kaspersky waren zu Hochzeiten ca. 800.000 Windows-Rechner mit dem Koobface-Trojaner infiziert.

Bereits Ende 2009 hat der Hamburger Jan Drömer damit begonnen, sich eigenständig auf die Suche nach den Verantwortlichen hinter des Koobface-Trojaners zu machen. Während seiner Ermittlungen gelang es ihm, einen ungeschützten Koobface-C&C-Server ausfindig zu machen. Die dort ermittelten Daten übergab er Anfang 2010 der Polizei und dem FBI. Das FBI wollte die Sache jedoch geheim halten und verordnete Drömer zum Stillschweigen. In Zusammenarbeit mit dem AV-Hersteller Sophos hat Drömer nun die Ergebnisse seiner Recherche in einem Beitrag auf dem Sophos-Blog veröffentlicht. Facebook hat vor, die Ergebnisse eigener Ermittlungen zu veröffentlichen. Besonders die Veröffentlichung der Identität der vermutlichen Täter ist umstritten.

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