Viren-Jahresbilanz 05: Hacker starten vermehrt gezielte Attacken

Viren

Der Virenspezialist Sophos http://www.sophos.de hat seine Schädlingsbilanz 2005 vorgelegt
und Zafi-D ganz oben auf das Podest gestellt. Dicht auf seinen Fersen war
Vorjahressieger Netsky-P. Auf Platz drei landete die erst gegen Ende November
aufgetauchte Sober-Variante – in der Sophos-Terminologie als Sober-Z bezeichnet
– die sich als vermeintliches Mail des Bundeskriminalamts (BKA) tarnte.
Zafi-D wurde erstmals im Dezember 2004 entdeckt und führte schon seit Anfang des
Jahres die Hitlisten an. Im Laufe des gesamten Jahres schaffte es das
Schadprogramm auf einen Anteil von 16,7 Prozent am gesamten Virenaufkommen.
Sober-Z, die jüngste Variante aus der Sober-Familie, konnte den größten
Virenausbruch des Jahres für sich verbuchen und hält bei sechs Prozent am
Jahresvirenaufkommen. Mit dem Auftrag weltweit Rechner und IT-Netzwerke zu
zerstören oder zumindest lahm zu legen, verbreitete sich der Schädling als
BKA-E-Mail oder versuchte die User als Einladung zur Fernsehshow "Wer wird
Millionär?" zu täuschen. In Spitzenzeiten enthielt jede 13. E-Mail weltweit ein
mit Sober-Z infiziertes Attachement. Durchschnittlich war 2005 jedes 44. E-Mail
mit einem Schadprogramm verseucht, ergab die Untersuchung von
Sophos.

15.907 neue Schädlinge registrierten die
Computersicherheitsspezialisten. Das sind 5.000 mehr als im vergangenen Jahr.
Vor allem die steigende Anzahl von Trojanern verursachen Falten auf der Stirn
der Antiviren-Experten. Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos,
erläuterte: "Kriminelle Banden zielen verstärkt darauf ab, mit Trojanern, Viren
und Würmern Profit zu machen. Bei ihren Attacken konzentrieren sich die
Cyber-Kriminellen auf eine kleinere Anzahl an PC-Anwendern. So können sie ihre
Opfer mit maßgeschneiderter Schadsoftware gezielt angreifen und ihre Chancen
erhöhen, durch das Sicherheitsnetz zu schlüpfen."

Zwar sind alle in den
Top Ten vertretenen Schadprogramme Würmer, der Anteil von Trojanern steigerte
sich jedoch von 54,2 Prozent im Vorjahr auf 66,4 Prozent. Trojaner werden dazu
eingesetzt, vertrauliche Daten von einem Rechner auszuspionieren. Anders als
Viren und Würmer können sich Trojaner nicht selbst verbreiten. Sie müssen
vorsätzlich per E-Mail oder über Internet-Seiten in Umlauf gebracht werden. Neue
Trojaner-Varianten verbreiten sich zunehmend durch den Massen-Versand über
Zombie-PCs. "Deshalb überrascht es auch nicht, dass es die meisten der
Top-Ten-Viren kriminellen Hackern ermöglichen, auf die infizierten PCs
zuzugreifen und sie als Zombies zu missbrauchen", so Hardy im
pressetext-Interview.

In Zukunft erwartet Hardy eine noch größere
Fokussierung der Angriffe: "Kriminelle erkennen, dass es schon reicht, Leute mit
ein paar Hundert vermeintlichen Mails von der Kreissparkasse um die Ecke zu
ködern. Von 200 Empfängern fallen drei darauf herein und werden zu tatsächlichen
Opfern mit erheblichem Schaden."

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