Microsoft plant eine zusätzliche Rechtschreibprüfung für das neue Outlook. Nach ihrer Aktivierung soll die Funktion Nachrichten automatisch vor dem Absenden kontrollieren. Die Einführung ist ab Oktober 2026 vorgesehen und erfolgt schrittweise.
Zusätzliche Kontrolle beim Absenden einer Nachricht
Die geplante Erweiterung setzt an einem typischen Problem im E-Mail-Alltag an: Während des Schreibens markierte Fehler können bis zum Versand übersehen werden. Die neue Option soll deshalb eine Rechtschreibprüfung unmittelbar vor dem Absenden auslösen. Absender müssen die Kontrolle dann nicht für jede Nachricht gesondert starten.
Microsoft führt das Vorhaben unter der Roadmap-ID 571310. Der öffentlich archivierte Microsoft-Roadmap-Eintrag beschreibt eine konfigurierbare Prüfung vor jedem Versand und nennt Desktop und Web als Plattformen. Die dazu veröffentlichte Berichterstattung bezieht sich auf New Outlook für Windows und Outlook im Web.
Einführung ab Oktober 2026 in mehreren Etappen
Die neue Option wird nicht für sämtliche Konten gleichzeitig verfügbar. Nach den veröffentlichten Rollout-Angaben zur Microsoft-Ankündigung sind folgende Zeitfenster vorgesehen:
| Freigabegruppe | Geplanter Beginn | Geplanter Abschluss |
|---|---|---|
| Targeted Release weltweit | Mitte Oktober 2026 | Ende Oktober 2026 |
| Allgemeine Verfügbarkeit weltweit | Mitte November 2026 | Anfang Dezember 2026 |
| US-Regierungsumgebungen GCC, GCC High und DoD | Mitte November 2026 | Mitte Dezember 2026 |
Damit unterscheidet sich der detaillierte Zeitplan von ersten Meldungen, die eine breite Verfügbarkeit pauschal erst ab Mitte Dezember nennen. Sämtliche Zeitangaben beschreiben die geplante Bereitstellung. Ein verbindlicher Aktivierungstermin für ein bestimmtes Konto lässt sich daraus nicht ableiten.
Aktivierung bleibt eine Entscheidung der Anwender
Die zusätzliche Kontrolle ist als optionale Funktion vorgesehen. Nach dem Bericht von Windows Latest soll sie über die Einstellungen eingeschaltet werden können und nicht automatisch für alle Anwender aktiv sein.
Ein verifizierter Menüpfad für die neue Versandprüfung geht aus den ausgewerteten Ankündigungen noch nicht hervor. Auch die konkrete Gestaltung möglicher Hinweise beim Senden ist noch nicht ausreichend dokumentiert. Eine bestimmte Dialogfolge oder eine zwingende Versandsperre bei jedem erkannten Fehler lässt sich deshalb derzeit nicht bestätigen.
Was sich gegenüber Microsoft Editor verändert
New Outlook bietet bereits Unterstützung beim Schreiben. Microsofts Dokumentation zur Rechtschreibprüfung in Outlook beschreibt Echtzeitvorschläge im Nachrichtentext sowie einen Editor-Bereich für Rechtschreibung, Grammatik und Stil. Die angekündigte Erweiterung ergänzt diesen Arbeitsablauf um einen automatisch ausgelösten Prüfschritt vor dem Versand.
Dabei sollten drei Funktionen auseinandergehalten werden:
- Prüfung während der Eingabe: Sie macht bereits beim Verfassen auf mögliche sprachliche Fehler aufmerksam.
- Autokorrektur: Sie kann Eingaben entsprechend den aktivierten Regeln unmittelbar ändern.
- Prüfung vor dem Versand: Sie soll nach ihrer Aktivierung die Rechtschreibung vor dem Absenden automatisch kontrollieren.
Die neue Ankündigung nennt ausdrücklich die Rechtschreibprüfung. Ob der zusätzliche Prüfschritt auch sämtliche Grammatik- und Stilhinweise des Editors berücksichtigt, bleibt offen. Eine automatische inhaltliche Überarbeitung der Nachricht ist damit ebenfalls nicht angekündigt.
Hintergrundinformationen zu den vorhandenen Korrekturoptionen bietet der Mailhilfe-Beitrag Autokorrektureinstellungen in neuem Outlook. Er behandelt die Editor-Einstellungen und ist von einer Anleitung zur noch ausstehenden Versandprüfung zu unterscheiden.
Klassisches Outlook kennt die Versandprüfung bereits
Die Neuerung betrifft eine Erweiterung des neuen Outlook. Das klassische Outlook besitzt bereits eine vergleichbare Einstellung. Microsoft dokumentiert dafür unter Datei > Optionen > E-Mail die Option Immer Rechtschreibprüfung vor dem Senden. Bei aktivierter Einstellung startet die Kontrolle beim Absenden.
Dass dieses Prinzip schon länger zu Outlook gehört, zeigt auch der ältere Mailhilfe-Artikel Automatische Rechtschreibprüfung und Autokorrektur in Outlook 2007 und 2010. Seine versionsbezogenen Anleitungen lassen sich allerdings nicht unverändert auf New Outlook übertragen.
Prüfsprache und fachliche Kontrolle bleiben relevant
Für die vorhandenen Editor-Funktionen lässt sich die Sprache der Korrekturhilfen einstellen. Gerade bei mehrsprachigen Nachrichten beeinflusst die gewählte Sprache, welche Schreibweisen als auffällig erscheinen. Microsoft weist außerdem darauf hin, dass nicht alle Sprachen dieselben Grammatik- und Stilfunktionen des Editors unterstützen.
Aus technischer Sicht kann ein zusätzlicher Prüfschritt übersehene Schreibfehler reduzieren. Er bestätigt jedoch weder die sachliche Richtigkeit einer Nachricht noch die Korrektheit von Preisen, Terminen oder Empfängerangaben. Auch Produktnamen, Abkürzungen und Fachbegriffe erfordern weiterhin eine Bewertung durch den Absender.
Für bereits bestehende Probleme mit den Schreibhilfen beschreibt Mailhilfe mögliche Ansatzpunkte im Beitrag Editor und Rechtschreibprüfung fehlen im neuen Outlook. Der Artikel behandelt die vorhandenen Editor-Funktionen. Eine während des Rollouts noch fehlende Versandoption ist davon zu unterscheiden.
Häufige Fragen zur neuen Rechtschreibkontrolle
Wann beginnt die Einführung?
Der Beginn ist für Oktober 2026 vorgesehen. Zunächst sollen Konten in Targeted Release berücksichtigt werden. Die weiteren Freigaben sind anschließend bis Dezember geplant.
Ist die Prüfung vor dem Versand automatisch eingeschaltet?
Nach dem bisherigen Ankündigungsstand ist die Funktion optional. Anwender sollen sie nach der Freischaltung selbst aktivieren können.
Prüft die neue Funktion auch Grammatik und Stil?
Die Ankündigung beschreibt ausdrücklich eine Rechtschreibprüfung. Der Umfang einer zusätzlichen Grammatik- oder Stilkontrolle beim Versand ist noch nicht bestätigt. Entsprechende Vorschläge bietet Microsoft Editor bereits beim Verfassen.
Müssen Nutzer des klassischen Outlook dafür wechseln?
Für eine automatische Rechtschreibprüfung vor dem Senden ist kein Wechsel erforderlich. Das klassische Outlook bietet bereits eine entsprechende Option.
Warum kann die neue Einstellung zunächst fehlen?
Die gestaffelte Bereitstellung bedeutet, dass die Funktion nicht zeitgleich bei allen Konten erscheint. Außerdem ist sie nach dem Stand vom 28. September 2026 erst angekündigt.

